PC-Stromverbrauch berechnen: Watt, kWh und Kosten im Alltag

Stand: · von Patrick Wößner

Wie viel Strom ein PC verbraucht, hängt weniger von der Größe des Netzteils ab als davon, was man mit ihm macht. Ein Gaming-PC, der beim Spielen mehrere hundert Watt zieht, kommt im Leerlauf mit einem Bruchteil davon aus. Hier steht, mit welchen Werten man realistisch rechnet, wie man den eigenen Verbrauch misst und was das im Jahr kostet.

Gaming-PC mit Glasseitenteil auf einem Schreibtisch, daneben Taschenrechner, Geldscheine und ein Notizbuch mit Stromkosten. Das Netzkabel des PCs führt zu einem Energiekosten-Messgerät in der Steckdose.
Was ein PC wirklich verbraucht, zeigt ein Energiekosten-Messgerät zwischen Steckdose und Netzstecker. Bild: KI-generiert mit Google Gemini

Ein 750-Watt-Netzteil verbraucht keine 750 Watt

Die Wattzahl auf dem Netzteil gibt an, wie viel Leistung es höchstens liefern kann. Sie sagt nichts darüber, wie viel es tatsächlich liefert. Ein Auto mit 250 PS fährt auch nicht ständig mit 250 PS. Das Netzteil gibt nur ab, was Prozessor, Grafikkarte und die übrigen Bauteile gerade anfordern — beim Surfen wenig, beim Spielen viel.

Aus der Steckdose zieht es etwas mehr, als es abgibt, weil bei der Umwandlung Wärme entsteht. Wie viel, beschreibt der Wirkungsgrad:

Verbrauch an der Steckdose = Leistung der Bauteile ÷ Wirkungsgrad

Liefert ein Netzteil 350 Watt an die Bauteile und arbeitet dabei mit 90 Prozent Wirkungsgrad, zieht es rund 390 Watt aus der Steckdose.

Warum ein Netzteilrechner trotzdem höhere Werte ausgibt: Er dimensioniert für den ungünstigsten Moment. Alle Bauteile unter Volllast, dazu kurze Lastspitzen moderner Grafikkarten, die über ihrer Nennleistung liegen können. Für die Wahl des Netzteils ist genau das richtig. Für die Stromrechnung ist es der falsche Wert. Kurz: Netzteilkauf nach der Spitzenlast, Stromkosten nach dem Durchschnitt.

So viel Strom verbraucht ein PC

Ein PC hat keinen festen Verbrauch. Entscheidend ist, in welchem Zustand er gerade läuft:

NutzungTypischer Gaming-PCWas den Wert bestimmt
Spielen310–460 Wvor allem die Grafikkarte, dazu Spiel, Auflösung und Bildrate
Surfen, Videos, Arbeitenrund 100 WGrundlast des Systems plus leichte Arbeit für Prozessor und Grafikkarte
Leerlaufrund 70 WMainboard, Laufwerke, Lüfter, Grafikkarte im Ruhezustand
Standby oder ausrund 1 WBereitschaftsfunktionen wie Wake-on-LAN oder USB-Laden

Werte an der Steckdose, ohne Monitor. Die Spanne beim Spielen ist die mittlere Hälfte aller auf netzteilrechner.com berechneten Systeme; wie sie zustande kommt, steht weiter unten unter So wurde gerechnet.

Beim Spielen entscheidet die Grafikkarte

In den ausgewerteten Systemen macht die Grafikkarte im Mittel rund 50 Prozent der berechneten Leistung aus. In Messungen zeigt sich dasselbe Bild. ComputerBase hat 2026 die Leistungsaufnahme von 21 Grafikkarten in Spielen gemessen, in WQHD: Eine GeForce RTX 5070 zieht dort im Schnitt 227 Watt, eine Radeon RX 9070 XT 306 Watt, eine GeForce RTX 5080 276 Watt. Das liegt nah an der Nennleistung der Karten, bei manchen deutlich darunter — die RTX 5080 ist für 360 Watt ausgelegt.

Der Prozessor zieht beim Spielen meist weit weniger, als seine Kennzahl vermuten lässt. Über mehrere Testredaktionen gemittelt kommt ein Ryzen 7 9800X3D in Spielen auf rund 79 Watt bei 120 Watt TDP, ein Core Ultra 9 285K auf rund 99 Watt bei 250 Watt Turbo-Grenze. Stresstests, die Prozessor und Grafikkarte gleichzeitig voll auslasten, liegen weit über dem, was ein Spiel abruft.

Leerlauf und Surfen

Auch auf dem Desktop ist ein Gaming-PC nicht sparsam. Die Grafikkarte allein zieht dort je nach Modell etwa 10 bis 20 Watt, manche deutlich mehr — in der Messreihe von ComputerBase eine Arc B580 rund 41 Watt. Mehrere Bildschirme und hohe Bildwiederholraten können den Wert weiter erhöhen. Dazu kommen Mainboard, Arbeitsspeicher, Laufwerke und Lüfter.

Was 233.868 berechnete PCs verbrauchen

Auf netzteilrechner.com werden jeden Tag Systeme zusammengestellt. Für diesen Ratgeber wurden die jüngsten Berechnungen ausgewertet (250.000 Berechnungen auf netzteilrechner.com, Stand Oktober 2026); 233.868 davon enthalten eine Grafikkarte:

  • Für die Hälfte dieser PCs ergibt der Netzteilrechner eine Dauerlast von mehr als 530 Watt — daraus folgt die Netzteilempfehlung.
  • Beim Spielen ziehen dieselben PCs nach unserer Schätzung im Mittel rund 400 Watt aus der Steckdose.
  • Im Leerlauf sind es rund 70 Watt.

Der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Zahl ist genau der Grund, warum man die Ausgabe eines Netzteilrechners nicht für die Stromkosten verwenden sollte.

Stromkosten berechnen

Für die Kosten zählt nicht die Leistung in Watt, sondern die Energie über die Zeit, in Kilowattstunden:

Kilowattstunden = Watt × Stunden ÷ 1.000
Kosten = Kilowattstunden × Strompreis

Weil ein PC am Tag in verschiedenen Zuständen läuft, rechnet man jeden Zustand für sich und addiert. Der BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 beziffert den durchschnittlichen Strompreis für Haushalte 2026 auf 37 Cent pro Kilowattstunde. Wer seinen eigenen Tarif kennt, setzt ihn im Rechner ein.

Hier den Verbrauch im Alltag eintragen — nicht das Ergebnis des Netzteilrechners. Das ist die Spitzenlast und würde die Kosten weit zu hoch ansetzen.

Nutzung Watt Stunden pro Tag
Spielen
Surfen, Videos, Arbeiten
Leerlauf
Standby (restliche Stunden) 1 19

Voreingestellt: Durchschnitt laut BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026, Stand 21.08.2026.

147 € im Jahr

12 € im Monat · 397 kWh im Jahr

Rechenweg
Spielen 400 W × 2 h × 365 ÷ 1.000 292 kWh
Surfen, Videos, Arbeiten 100 W × 2 h × 365 ÷ 1.000 73 kWh
Leerlauf 70 W × 1 h × 365 ÷ 1.000 26 kWh
Standby (restliche Stunden) 1 W × 19 h × 365 ÷ 1.000 7 kWh

Für einen typischen Gaming-PC aus unseren Daten ergeben sich je nach Nutzung diese Jahreskosten:

Nutzung pro TagStrom pro JahrKosten pro Jahr
Gelegenheitsspieler: 1 h Spielen, 1 h Surfenrund 200 kWhrund 75 €
Durchschnitt: 2 h Spielen, 2 h Surfenrund 390 kWhrund 145 €
Vielspieler: 4 h Spielen, 2 h Surfenrund 680 kWhrund 250 €

Ohne Monitor, bei 37 Cent pro Kilowattstunde. Ein durchschnittlicher, auf netzteilrechner.com berechneter Gaming-PC kostet damit bei 2 Stunden Spielen, 2 Stunden Surfen und 1 Stunde Leerlauf am Tag rund 145 Euro Strom im Jahr. Die mittlere Hälfte der Systeme liegt zwischen 120 und 165 Euro.

Stromverbrauch anzeigen und messen

Für den eigenen PC sind Messwerte besser als jede Schätzung. Drei Wege, nach Aufwand geordnet:

Software wie HWiNFO oder die Overlays der Grafiktreiber zeigt, was Prozessor und Grafikkarte melden. Das eignet sich, um Spiele, Grafikeinstellungen oder eine Bildratenbegrenzung miteinander zu vergleichen. Den Gesamtverbrauch zeigt es nicht: Mainboard, Laufwerke, Lüfter und die Verluste im Netzteil fehlen. Die Werte für Prozessor und Grafikkarte einfach zu addieren, ergibt deshalb zu wenig.

Ein Energiekosten-Messgerät zwischen Steckdose und PC erfasst alles, was der PC aus dem Netz zieht, einschließlich der Netzteilverluste. Das ist die einzige Gesamtmessung, die zu Hause möglich ist. Wichtig: Hängt der Monitor an derselben Steckdosenleiste, wird er mitgemessen.

Eine smarte Steckdose mit Verbrauchsmessung misst ebenso an der Steckdose und protokolliert über Tage oder Wochen. Damit lässt sich der tatsächliche Tagesverbrauch ablesen, statt ihn über Stunden zu schätzen.

Typische Messfehler: einen einzelnen Moment ablesen statt über eine ganze Spielsitzung zu messen, kurze Spitzen mit dem Durchschnitt verwechseln, und Monitor und PC mal gemeinsam, mal getrennt messen.

Monitor und Standby

Der Monitor gehört zur Stromrechnung, aber nicht zum PC. Aktuelle 27-Zoll-Gaming-Monitore mit WQHD geben im EU-Energielabel zum Beispiel 20 bis 26 Watt an, im HDR-Betrieb 28 bis 40 Watt. Bei mehreren Stunden am Tag kommt das zu den Werten oben hinzu. Wie viel ein Monitor je nach Größe, Panel und Helligkeit verbraucht, steht ausführlich bei Tech Junkies.

Ein ausgeschalteter PC ist nicht ganz stromlos. Wake-on-LAN, USB-Ladefunktionen oder Beleuchtung auf dem Mainboard brauchen auch im Aus-Zustand ein wenig Strom. Der Rechner oben setzt dafür 1 Watt an. Wer ganz sicher sein will, misst es nach — oder nutzt eine schaltbare Steckdosenleiste.

Weniger Verbrauch ohne Leistungsverlust

  • Bildrate begrenzen. Eine Grafikkarte, die 300 Bilder pro Sekunde berechnet, wo der Monitor 144 anzeigt, arbeitet für nichts. Ein Limit knapp unter der Bildwiederholrate senkt den Verbrauch, ohne dass man es sieht.
  • Undervolting. Grafikkarten und Prozessoren laufen ab Werk oft mit mehr Spannung als nötig. Eine leicht abgesenkte Spannung kann den Verbrauch merklich senken — bei gleicher oder kaum geringerer Leistung.
  • Energiesparplan und Ruhezustand. Ein PC, der nach einigen Minuten ohne Eingabe in den Ruhezustand geht, spart die Stunden, die er sonst im Leerlauf verbringt.

Spart ein besseres Netzteil Strom?

Ein wenig. Die 80-Plus-Zertifizierung verlangt bei halber Last mindestens 85 Prozent Wirkungsgrad für Bronze und 90 Prozent für Gold. Liefert das Netzteil 350 Watt an die Bauteile, zieht es mit 85 Prozent rund 412 Watt aus der Steckdose, mit 90 Prozent rund 389 Watt. Bei zwei Stunden Spielen am Tag sind die 23 Watt Unterschied rund 17 kWh im Jahr, bei 37 Cent etwa 6 Euro.

Ein größeres Netzteil verbraucht dagegen nicht automatisch mehr. Entscheidend ist, wie effizient es bei der Last arbeitet, die der PC tatsächlich abruft.

Häufige Fragen

Verbraucht ein 750-Watt-Netzteil ständig 750 Watt?

Nein. Die 750 Watt sind die Leistung, die das Netzteil höchstens liefern kann. Es gibt nur ab, was die Bauteile anfordern — dazu kommen einige Prozent Umwandlungsverluste.

Kann ich das Ergebnis des Netzteilrechners für die Stromkosten verwenden?

Nein. Der Netzteilrechner ermittelt die Spitzenlast, damit das Netzteil auch im ungünstigsten Moment reicht. Für die Stromkosten zählt der Durchschnitt über den Tag, und der liegt deutlich darunter. Dafür gibt es den Stromkosten-Rechner auf dieser Seite.

Welches Bauteil verbraucht im Gaming-PC am meisten Strom?

Beim Spielen die Grafikkarte. Sie macht in den auf netzteilrechner.com berechneten Systemen im Mittel rund 50 Prozent der Leistung aus.

Was kostet es, wenn der PC den ganzen Tag läuft?

Ein typischer Gaming-PC zieht im Leerlauf rund 70 Watt, beim Surfen rund 100 Watt. Über acht Stunden kommt so jeden Tag mehr als eine halbe Kilowattstunde zusammen. Was das im Jahr kostet, rechnet der Stromkosten-Rechner oben aus; die Stunden lassen sich frei einstellen.

Senkt eine Bildratenbegrenzung wirklich die Stromkosten?

Ja, wenn die Grafikkarte sonst mehr Bilder berechnet, als der Monitor anzeigt. Dann sinkt ihre Auslastung und damit der Verbrauch.

Wie viel Strom verbraucht ein ausgeschalteter PC?

Wenig, aber nicht null: Bereitschaftsfunktionen wie Wake-on-LAN oder USB-Laden brauchen auch im Aus-Zustand Strom. Genau sagt es ein Messgerät an der Steckdose.

So wurde gerechnet

Die Werte für typische Gaming-PCs stammen aus den Konfigurationen, die auf netzteilrechner.com berechnet wurden (250.000 Berechnungen auf netzteilrechner.com, Stand Oktober 2026), mit Grafikkarte. Für jedes System wurde der Verbrauch in vier Zuständen geschätzt:

  • Spielen: Grafikkarte mit ihrem gemessenen Spieleverbrauch laut ComputerBase, für nicht gemessene Karten anteilig zur Nennleistung; Prozessor mit 60 Prozent seiner Nennleistung, abgeleitet aus dem gemittelten Spieleverbrauch bei 3DCenter; dazu 30 Watt für Mainboard, Speicher, Laufwerke und Lüfter; Netzteil-Wirkungsgrad 88 Prozent.
  • Leerlauf: gemessener Desktop-Verbrauch der Grafikkarte, 15 Watt für den Prozessor, 30 Watt Grundlast, Wirkungsgrad 85 Prozent.
  • Surfen und Arbeiten: Leerlauf plus 20 Watt.
  • Standby: 1 Watt.

Die Werte beim Spielen gelten für fordernde Spiele ohne Bildratenbegrenzung. Leichtere Spiele und ein Bildratenlimit liegen darunter. Leerlauf und Surfen beruhen stärker auf Annahmen als das Spielen und schwanken zwischen Systemen weniger, als es die Tabelle vermuten lässt — für den eigenen PC lohnt die Messung.

Quellen: ComputerBase, Radeon RX 9070 GRE im Test: Leistungsaufnahme (2026) · 3DCenter, Launch-Analyse Ryzen 7 9850X3D (2026) · BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 · EU-Energielabel aktueller 27-Zoll-WQHD-Monitore · Anforderungen der 80-Plus-Zertifizierung.